Anleitung für Wandel

Die Anleitung für systemischen Wandel. 2021

Oder provokativ formuliert:
Die Anleitung zur Revolution             V.3.2.21

Du denkst die Revolution ist notwendig und wichtig? Du willst einen Beitrag leisten oder tust das sogar bereits? Wir auch!

Wir haben uns gefragt, wieso bei soviel Engagement so wenig Änderung zu beobachten ist, warum so viel Aktivität einzelner Weltverbesserer oft in Aktionismus verläuft.

Wir haben viel diskutiert und sind als Produkt auf “die Anleitung zur Revolution“ gekommen, die auf einer Erkenntnis und zwei Grundsätzen beruht:
– Stabil ist besser als schnell.
– Ursachen bekämpfen statt Symptome.is
– Miteinander statt gegeneinander: Kooperation statt Konkurrenz.

Die Anleitung schafft die Grundlage für wirksame Veränderung. Sie erklärt wo Wandel am besten ansetzen sollte, was dabei grob zu machen und was zu beachten ist.
Die Grundidee dabei ist inspiriert von einem sehr ‚unwahrscheinlichen‘ Politikwandel aus Island. Dort hatten Musiker die Politik übernommen. (mehr dazu am Ende von Teil 1 unter Echte Chance auf Veränderung) Die Essenz davon lehrt uns:

Ein besonderes Ereignis, das auf eine (kleine) aufgeklärte Masse trifft gibt mit einem Plan echte Chance auf Veränderung.

Teil 1 – Das große Ganze

Es sagt viel über die Welt aus mein Kind, sagte der Vater zu dem Knaben,
dass die Dummen glücklich sind und die Schlauen Depressionen haben.

Marc Uwe Kling

Warum und was? / Ziele

Voller Optimismus wurde uns versprochen, wenn jeder nach seinem Vorteil strebe, dann entstehe Wohlstand für alle. Doch spätestens jetzt, wo hunderttausende Menschen auf der Flucht bis nach Europa kommen, ist es Zeit aus diesem Traum aufzuwachen. Diese Massenflucht ist die Konsequenz von Krieg, welcher wiederum durch ein globales Streben nach mehr Geld und Reichtum entstanden ist. Die Destabilisierung des mittleren Ostens ist jedoch nur eine der extremen Konsequenzen einer Eigentumsverteilung bei der 1% der Menschen mehr besitzen als alle anderen zusammen. [Eigentumsverteilung Quelle]

„Armut ist einer der Hauptfaktoren, die zu bewaffneten Konflikten führen. Schwache staatliche Strukturen, ein stagnierendes Wirtschaftswachstum, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und der ungleiche Zugang zu Einkommen, Land und natürlichen Ressourcen bilden die Grundlagen für die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen und schaffen ein Klima der Perspektivlosigkeit, das Menschen empfänglicher für Gewaltstrategien macht.“ [Quelle]

Diese Zusammenhänge gehören genauer erklärt. Doch „leider“ sind Kriege nicht einmal unsere größten Probleme: Wir steuern auf eine globale Klimakatastrophe zu, welche die Frage, wo wir leben, bald obsolet macht. Der Temperaturbereich, in dem die Menschheit existieren kann, ist überraschend klein. Bereits wenige Grad Klimawandel haben für uns Menschen verheerende Ausmaße. Dabei verändern wir das globale Klima exponentiell steigend seit 100 Jahren. So werden wir die nächsten 100 nicht überstehen!

Jeder sollte verstehen, dass wir langfristig mit fossilen Brennstoffen unsere Energieprobleme nicht lösen können. Umso länger wir diese jedoch Nutzen, desto mehr schaden wir unserem Klima! Dies geschieht hauptsächlich durch das Freisetzen von CO2 beim Verbrennen. Warum also nicht jetzt so schnell wie möglich den Wechsel auf erneuerbare Energien vorantreiben? Die Frage ist nur, wann wir es machen und wie viel Schaden dann bereits angerichtet wurde!  (mehr zum Klimawandel auf englisch: https://www.youtube.com/watch?v=xKCuDxpccYM)

Wie können wir als Einzelne jetzt etwas ändern?
Wie erleben wir ein Happy-End für uns und unsere Kinder?
„Aber ich kann ja auch nichts ändern!“ – Wer denn dann?

„Die Revolution“, beziehungsweise wirkliche Veränderung, wird oft als etwas dargestellt, dass zu groß ist für eine Person, eine Gruppe oder gar die ganze Menschheit. – Ein Blickwinkel, der es bequem gestaltet, nichts zu tun: „Aber so viele schlaue Menschen haben sich schon mit dem Thema auseinandergesetzt und es ja auch nichts geschafft. Was kann ich dann für einen Beitrag leisten?” Diese Frage und ihre Notwendigkeit wird in dieser Anleitung beantwortet.

Als Menschheit organisieren wir uns aktuell hauptsächlich als Nationen und auf den nationalen Ebenen werden durch Gesetze die Weichen gestellt.[alternativer Ansatz: local self government] Diese Gesetze sind der legale Handlungsspielraum der Bevölkerung. Dadurch und durch seine Ausgaben hat der Staatsapparat eine enorme Bedeutung. Die deutschen Staatsausgaben sind fast halb so groß wie das Bruttoinlandsprodukt. [Quelle]

Die wirklich effektiven Lösungen müssen deshalb politisch umgesetzt werden. Dafür muss Politik die richtigen Ziele und Politiker auch die Motivation haben, diese umzusetzen. Das entlastet uns jedoch nicht, sondern setzt uns in die Pflicht, selbst die richtigen Fragen und Lösungen zu unterstützen und für verantwortungsvolle Repräsentation zu sorgen.

„Wer an die Möglichkeit eines ständigen Wirtschaftswachstums glaubt, ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.“ Manfred Max-Neef

Ziele der Politik

Nicht nur die Unabhängigkeit der Entscheidungen von aktuellen Politikern ist fraglich. Selbst die offiziell erklärten Ziele der Politik erschaffen gigantisches Krisenpotential, ohne das Gemeinwohl zu fördern:
Im magischen Viereck der Wirtschaftspolitik, verankert durch das Stabilitätsgesetz, wird das unmögliche Ziel des ewigen Wachstums verankert.
Zusätzlich wird statt Produktivität oder Versorgung ein hoher Beschäftigungsgrad gefordert. Eine stabile Wirtschaft und persönliche Erfüllung sind aktuell eben nicht die Ziele der Politik.

§1 Stabilitätsgesetz (Erfordernisse der Wirtschaftspolitik)
Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, daß sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsgrad und außenwirtschaftlichen Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen. (Quelle)

Aktuell wählen wir alle vier Jahre nur die Vertreter, die diese problematischen Ziele verfolgen sollen! Umweltschutz und eine gerechte Einkommensverteilung werden als Politikziele erst bei der Erweiterung als „magisches Sechseck“ nebenbei als Wünschenswert erwähnt.

Während der deutsche Staat in 2017 ganze 37 Milliarden Euro für „Verteidigung“[Quelle] ausgibt, stehen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Bundeshaushalt 2017 lediglich 8,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Wir geben fünfmal so viel Geld für das Militär aus, wie wir Geld für „Hilfe“ ausgeben! Und selbst dabei ist der Fokus auf „wirtschaftliche Zusammenarbeit“ gelegt. Nur 3,8% davon sind wirkliche Hilfe: Für internationale Ernährungssicherung und globalen Umweltschutz. [Quelle] Der Welthungerhilfe standen in 2015 lediglich 214 Millionen Euro zur Verfügung. [Quelle]

Ungefähr so viel Geld hat Deutschland für die Reaktivierung der Drohne „Euro Hawk“ ausgegeben, nachdem bis 2013 bereits 600 Millionen Euro in das Projekt geflossen sind. [Quelle]

Wenn Steuergelder für Frieden auf der Welt ausgegeben würden und nicht für Krieg, Bürokratie und private Großkonzerne (wie bei der Bankenrettung), dann würde sicherlich auch der Beigeschmack beim Steuernzahlen angenehmer sein.

„Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten.“ – Wladimir Putin*  
*falsch zugeordnetes Zitat von Mark Uwe Kling. Korrekt: Kurt Tucholsky (?)

Politik ändern

Gigantisches Veränderungspotential existiert in Deutschland alle vier Jahre. Dann wird der Bundestag mit all seiner Macht neu gewählt. Wenn auch die Länder bei der Regierungsbildung eine größere Rolle spielen, ist hier die beste Möglichkeit, Änderungen voranzubringen, die benötigt werden. Doch ändern die etablierten Parteien die Ziele der Politik und die korrupte Mechanik der Entscheidungsfindung nicht. Um daran jedoch demokratisch etwas zu verändern, werden Mehrheiten im Bundestag benötigt. Gewaltsame Veränderungen sind nicht nur in ihrer Umsetzung höchst kritikwürdig, auch das Ergebnis wäre höchstwahrscheinlich nur eine andere Form von Oligarchie und hätte keine Legitimität. Mit Krieg erreichen wir keinen Frieden. Politisch sinnvolle Teilhabe ist möglich.

Menschen sind nicht einfach egoistisch, faul und dumm. Es werden ihnen lediglich überall Barrieren in den Weg gestellt, damit sie sich nicht einbringen. Tatsächlich effektvolle Veränderung funktioniert mit einer Partei die Wählern ermöglicht, ihrer Stimme tatsächlich eine Bedeutung zu geben, indem tatsächlich gemeinwohl-orientierte Prozesse begründet werden. Dafür muss sich auf die Veränderung des „Wie“ und „Wozu“ der Politik konzentriert werden.

Dann können wir das Erreichen, was wir so dringend brauchen:  Politik(er) fürs Gemeinwohl.

All die tollen Lösungsansätze für eine gerechtere Welt oder zumindest erst einmal ein gerechteres Deutschland können dann sinnvoll politisch diskutiert werden, wenn alle Politik-Ausübenden die gleichen Ziele haben und man nicht vermuten muss, dass privatwirtschaftliche und Kapital-Interessen die Haupteinflussfaktoren sind. Aktuell darf lediglich unser Bundespräsident keine wirtschaftlichen Aktivitäten nebenbei ausüben. Bei SPD und CDU werden Treffen mit Ministern sogar teuer verkauft [Quelle]. Dass diese Art der Politik-Organisation eine absolut asymmetrische Interessenvertretung hervorbringen muss, ist offensichtlich. (Einige Interessen sind wesentlich rentabler als andere. Umso rentabler das Interesse, desto leichter ist dessen Vertretung zu organisieren (/finanzieren).) Und wenn du dich auch fragst, „Warum macht denn keiner etwas dagegen?“, dann lade ich dich jetzt zu einer Lösung ein.

Gemeinschaftliche Ziele, beziehungsweise die Gruppeninteressen der Menschheit, müssen eine Stimme bekommen. Alternative Eigentumsstrukturen, die nicht Ausbeutung und Machtanhäufung verursachen, müssen vorangetrieben und Umweltschutz und gerechte Einkommensverteilung als Hauptziele der Politik deklariert werden.

Mit einer Partei die kontrollierbar und glaubhaft Politik aus intrinsischer Motivation heraus für den gesellschaftlichen Gesamtwohlstand verfolgt, ist unsere Politik zu retten. Dafür darf diese Partei jedoch nicht in eine Schublade passen (wie z. B. Links oder Rechts), sondern muss als wirkliche Alternative dazu einladen zu denken, statt lediglich abzustempeln.

„Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat.“ -Orson Welles

„Man darf niemals ‚zu spät‘ sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“

-Konrad Adenauer

Echte Chance auf Veränderung

Um im Bundestag wirklich etwas zu verändern sind etwa 30% der Wählerstimmen notwendig. Damit diese Partei diese erhält, ist nur eine kritische Masse von ca 5% der Bevölkerung nötig. Wenn 5% kritisch hinterfragen, kann unter den richtigen Umständen eine Kettenreaktion ausgelöst werden. Die Gleichung dafür bietet ein Beispiel aus Island: Bekannte Musiker haben gemeinsam die „Beste Partei“ gegründet und mit ihrem Know-how vor allem in einem Musikvideo beworben. Als Ergebnis hat die „Beste Partei“ die Regierung gebildet und wichtige Schritte für das krisengeschüttelte Island unternommen.

Wenn so ein besonderes Event vor einer Wahl auf eine kritische Masse von Menschen mit der richtigen Grundeinstellung trifft, ist das Ergebnis eine Chance auf einen tatsächlichen Politikwechsel. Die Wirkung der kritischen Masse lässt sich aus den Diskussionen ableiten, die nach öffentlich wirksamen Events stattfinden. In der Kneipe, im Fitnessstudio, nach dem Sport werden die Gespräche geführt, die am meisten Wahlentscheidungen beeinflussen. In welche Richtungen diese Unterhaltungen führen, ist abhängig von den Äußerungen einzelner Teilnehmer. Wenn in einer Gruppe zum Beispiel geäußert wird, dass „da irgendwelche Musiker versuchen, Politik neu zu erfinden“ und, „dass das Blödsinn sei“, dann muss nur einer sagen: „Ja, aber schau dir doch einmal die aktuelle Politik an! Die sind doch alle gekauft. Wenn diese Partei allein das anders macht, dann ist das für uns echt ne Chance!“

Wir sind noch nicht einmal als Land eine homogene Masse, geschweige denn als Städte oder gar in Bezirken. Der soziale Austausch ist oft beschränkt auf die diversen Interaktionspunkte unseres Alltags. Dabei ergeben sich meist soziale Schichten, Gruppierungen und der Austausch dazwischen ist gering. Arbeitslose kommunizieren oft viel mit anderen Arbeitslosen, Studenten wiederum unter sich. Damit eine „Gruppierung“ auf die anderen Einfluss haben kann, müsste die Durchdringung einer Meinung in dieser sehr hoch sein. Bei demokratischen Entscheidungen muss eine allgemeine Mehrheit erreicht werden. Daher ist es wichtig diverse „Zielgruppen“ zu erreichen. Doch wie schaffen wir eine solche diverse kritische Masse?

Was dafür benötigt wird, ist vor allem die Vereinigung von genug Organisationen und Personen, die für das Gemeinwohl in eine Richtung ziehen. Dafür müssen viele Gespräche geführt werden und immer wieder der Fokus auf die gemeinsamen Ziele gesetzt werden, um nicht das Veränderungspotential zwischen verschiedenen Lösungsansätzen oder Schwerpunkten zu zerfetzen. (mehr unter „Hebel“)

Parallel, aber nicht annähernd so aufwendig, ist die Errichtung einer glaubhaften Parteistruktur notwendig, die sich nicht in eine Kategorie wie links oder rechts stecken lässt und sich aus Meinungen zum aktuellen Politikgeschehen raushält. Die Partei benötigt keine Stellung zu aktuellen Problemen, sondern lediglich das gemeinsame Ziel, der Demokratie tatsächlich die Eigenschaft zu verleihen, dass das Volk (- der Demos) herrscht (-krates) und damit die Volksinteressen und nicht Kapitalinteressen vertreten werden. Auch wenn aktuelle Politik wichtig ist, würden Stellungnahmen dazu nur davon Ablenken, die Problemursachen zu verändern, innerlich Streit verursachen und unnötige Kritik ermöglichen. Wenn die Ziele klar sind, dann kann man sich auf eine Methode einigen, wie Lösungen gefunden werden. (Wollen zum Beispiel zwei Leute dringend aufs Klo, könnten sie sich einigen eine Münze zu werfen und das Ergebnis zu akzeptieren. Man einigt sich auf die Methode und akzeptiert dann das Ergebnis.) In Irland zum Beispiel wurde ein „Verfassungskonvent“ geschaffen, das immer wieder neu aus zufällig ausgewählten BürgerInnen besteht und als partizipatorische Politik ausgezeichnete Akzeptanz von Entscheidungen hervorruft.

Die Organisation der Partei ist eine Herausforderung. Damit die Organisation der gemeinsamen Zielfindung nicht auch noch problematisch wird, hoffe ich innig, dass über den eigenen Schatten gesprungen, das eigene Ego beiseite geschoben und Kritik an folgenden Zielen zunächst deutlich überdacht wird. Dafür sollten auch Überlegungen für diese Ziele nochmal intensiv studiert werden.[Anhang]

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten und nicht den Krieg.“ – Robert Jungk

Ziel dieser Bewegung

Das Hauptziel ist es die Ziele der Politik festzulegen und in der Politik-Ausführung fortlaufend darauf zu prüfen, ob diese Ziele wirklich verfolgt werden. Dafür müssen die Aktivisten/Politiker intrinsisch motiviert sein und werden, sodass nicht persönliche Interessen wie Machtstreben maßgebend werden. Das Hauptziel der Politik soll dabei die Interessenvertretung der Menschheitsinteressen sein. Insbesondere derer Interessen, die sich nicht auf die Ziele einzelner herunterbrechen lassen und diese, die sich politisch besser organisieren lassen als privat. Die Verfolgung der Individualinteressen darf dabei natürlich nicht vergessen werden.

Menschheitsinteressen sind dabei im Mindestmaß

  • Weltfrieden (Ablehnung von Krieg und Gewalt)
  • Umweltschutz, damit unser Planet auch vielen weiteren Generationen zur Verfügung steht
  • Eine gerechte Einkommens und Vermögensverteilung, die es allen Menschen erlaubt, ein würdiges Leben zu führen und sich gesellschaftlich zu engagieren.

Weitere Interessen sind demokratisch zu prüfen. 

 

 

 

Teil 2 – Elementare Erkenntnisse für Wandel

„Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution.“
– Henry Ford

Fokus - wie wichtig und dringend ist die Revolution für dich?

Genau wie nur im JETZT etwas gemacht werden kann, kann auch nur jedes ICH etwas tun.
Heldentum ist kollektiv, unperfekt und freiwillig.
Veränderung ist möglich. Sie erfordert jedoch etwas, dass heutzutage zerstreuter scheint denn je: Fokus

Doch jeder hat seine eigenen Probleme: finanzielle, gesundheitliche, berufliche, persönliche…

Bei unmittelbaren Gefahren für die Allgemeinheit oder bei gemeinsamen Feinden findet sich schnell ein Fokus . Jedoch ist es schwierig bei „nur“ erstrebenswerten Zielen, mögliche Lösungen gemeinschaftlich umzusetzen. Auf unserer persönlichen Prioritäten-Ordnung sind diese so weit unten, dass der Fortschritt dabei kleiner ist als der automatisch fortlaufende Rückschritt, der schon allein durch das vergehen von Zeit entsteht. Wir können uns als Gesellschaft jedoch nicht ohne Fortschritt fortlaufend mit einem Thema beschäftigen. Wenn sich bedeutende Veränderung nicht in absehbarer Zeit beobachten lässt, schwindet die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen. Die Intensität der Auseinandersetzung muss also hoch genug sein, damit sie Wirkung hat.

Menschen lassen sich für wichtige Themen mobilisieren. Es ist ihnen eben nicht alles egal. Das zeigte zum Beispiel der Widerstand gegen TTIP & Co. Dieser war massiv. Die Aushandlung und Ausgestaltung des Abkommens war eine gigantisch freche Einschränkung der Demokratie. Es hat sich jedoch bei der Frage nach Alternativen oder einer möglichen Antwort darauf bisher keine gemeinsame Energie gefunden. Ich denke, die Antwort auf TTIP, die all deren Kritiker vereint, ist die Ablösung der Struktur, die ein solch intransparentes Projekt auf solch bedeutender politischer Ebene überhaupt hervorbringen konnte.

Für diese Ablösung müssen wir gemeinsam eine Lösungsrichtung finden. Denn wenn wir die großen Probleme der Menschheit ernsthaft lösen wollen, müssen wir genug öffentliche Aufmerksamkeit darauf lenken.
Der Fokus spielt dabei eine entscheidende Rolle! Wird versucht viele Lösungen gleichzeitig einzubringen verliert sich der Fokus auf eine Lösungsrichtung. In der Teilung verlieren wir unsere Umsetzungskraft durch die Zerstreuung von Aufmerksamkeit.
Daher ist es essentiell das Verlangen zu überwinden unsere persönlichen Ziele und unsere eigenen Ideen populär einzubringen. (Es gibt einen Platz für diese Ideen. Jedoch nicht im Zentrum einer Bewegung die etwas so großes verändern soll.) Die großen Anforderungen der Menschheit sind nicht die Summe aus allen Einzelinteressen. Die Kollektivinteressen der Menschheit lassen sich nicht auf die Interessen Einzelner herunterbrechen. Was wirklich die Ziele sein sollten, was die Lösungsrichtung sein kann, muss wohl überlegt sein.

Dieser Punkt entscheidet maßgeblich über den Erfolg wirklicher Veränderung. Es wird immer wieder Anlässe zur Spaltung geben und wir müssen uns daher immer wieder kontinuierlich darauf besinnen, was uns vereint, uns versöhnen und wertschätzen. Wenn Einzelne mehr spalten als vereinen, muss man diese wohl auch irgendwann gehen lassen. Dann sind diese wahrscheinlich nicht zum Helfen, sondern zum sabotieren da.

Was uns vereint, ist, neben Visionen einer besseren Welt, vor allem auch die Ablehnung einer Welt, die auf Ausbeutung beruht: Die Ablehnung einer Welt, in der Menschen durch Menschen leiden müssen. Die Ablehnung einer Welt, in der für zukünftige Generationen nur ein Schlachtfeld von Planeten zurückgelassen wird (durch Raubbau an Ressourcen, Dumping von Müll, radioaktiven Sprengsätzen,…). Die Ablehnung einer Welt, in der Menschen vor Kriegen flüchten müssen. Wie ein Mantra müssen wir uns in allen Streiten darauf besinnen, um unser Veränderungspotential nicht durch die Spaltung unser Bewegung in Luft aufgehen zu sehen.

Diese Organisation [der Arbeiter] zur Klasse, und damit zur politischen Partei, wird jeden Augenblick wieder gesprengt durch die Konkurrenz unter den Arbeitern selbst..“
– Marx & Engels

Ziele statt Lösungen

Einzelne Lösungsvorschläge tragen Eigenschaften mit sich, die immer wieder daran hindern, umgesetzt zu werden. Die wichtigste davon ist der reflektierende Charakter von Lösungen: Jeder Mensch beurteilt Lösungen anhand seiner eigenen Erfahrungen, Interpretationen und Vorhersagen. Die gleichen Lösungsvorschläge lösen daher ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Was der wirkliche Effekt ist, kann ja niemand sagen. Meist dominieren spontane Assoziationen die Empfindung einer Lösung und bestimmen so unsere emotionale Haltung dazu: Sind wir dieser wohlgesonnen oder haben wir Angst davor?

Ist die Angst vor der Veränderung größer, als die Angst, dass alles so bleibt, wie es ist, wird die Veränderung nicht stattfinden.
Ähnlich einer Zaubershow beeindruckt der eigentliche Trick  niemanden, der Effekt beeindruckt jedoch alle. Ein Zauberer soll seine Kunststücke nicht verraten, weil es üblicherweise enttäuschend ist zu erfahren, wie der Effekt erzeugt wird. Lösungsvorschläge werden ähnlich verarbeitet. Was für geniale Effekte Vorschläge potentiell haben, ist lediglich in den Köpfen ihrer Befürworter und Befürworterinnen. Eine objektive Bewertung von Lösungsvorschlägen ist nicht möglich, denn einen rein theoretisch funktionierenden Test, was der gesellschaftliche Effekt von speziellen Veränderungen wäre, gibt es nicht. Selbst die mathematischen Analysen der Volkswirte sind wenig mehr als Beschreibungen der Vergangenheit und maximal in der Lage dazu, für in der Vergangenheit genutzte Parameter spekulative Vorhersagen zu treffen.

Definition Ökonom: „Jemand, der präzise Rate-Arbeit macht, basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigen Wissen zur Verfügung gestellt wurden. siehe auch: Zauberer, Hexenmeister.“ –Inspiriert von einem T-shirt.

Jede und jeder Einzelne, der eigene Lösungsideen hat, um mit politischen Maßnahmen tolle Effekte zu erzielen, ist daher angehalten, diese nicht als treibende Kraft der Lösung zu sehen. In Diskussionen von Maßnahmen können und müssen diese debattiert werden, doch was im Mittelpunkt stehen muss, sind die Ziele.

„Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.“ Marie Antoinette / Stefan Zweig

Politiker

Wir organisieren uns als Menschen politisch für Lösungen, die einzeln nicht oder schlecht umsetzbar sind. Damit diese Lösungen für alle Menschen Sinn ergeben, müssen die politischen Ziele von Menschen festgelegt werden, die tatsächlich und nur dem Gemeinwohl aller Menschen dienen wollen. Diese Personen dürfen dabei nicht eingeengt werden von Status, Vorurteilen, Geld und dem Status quo. (Werden Entscheidungen aus dem Bauchgefühl gefällt, wird zu oft reproduziert, was als “richtige Antwort” bisher einfach hingenommen wurde. So werden Fehler immer wieder wiederholt.) Ansonsten entsteht das, was wir aktuell haben: Eine Interessensvertretungs-Politik, in der nur die Interessen vertreten werden, die stark genug kommuniziert werden. Üblicherweise sind das solche, die mit Profit-Interessen verbunden sind. Mit Geld lassen sich aktuell Lobbyisten kaufen und Politiker bestechen. Doch wer macht Lobbyismus für Gemeinwohl?
Ich möchte die Aufgabe des Politikers, bezogen auf externe Anreize, deutlich unattraktiver machen und dafür sorgen, dass Politiker diese Aufgabe angehen, weil sie diese schlicht als wichtig ansehen. Intrinsische Motivation, also etwas wegen der Sache selbst, von innen heraus zu wollen, ist die Grundvoraussetzung für ehrliche Entscheidungen in der Politik.

Genutzt wurde hier absichtlich das Wort „Aufgabe“ statt „Beruf“. „Politiker“ kann durchaus ein Beruf bleiben, muss es jedoch nicht.

In jeder wahren Demokratie ist ein Amt kein Vorteil, sondern eine drückende Last, die man gerechterweise nicht dem einen mehr als dem anderen auferlegen darf. Das Gesetz allein darf sie dem auferlegen, auf den das Los fällt.“  -Jean-Jacques Rousseau

Los!

Zu Erkennen, was den Status quo ausmacht und was man ändern kann und sollte, ist Grundvoraussetzung für sinnvollen Wandel. „So war das schon immer“, ist nicht nur ein schlechter Grund für den Erhalt des Status quo, sondern oft auch einfach falsch. So war es zum Beispiel lange unumstritten, dass nur das Losverfahren demokratisch sei. Doch bei der Wiedereinführung der Demokratie am Ende des 19. Jahrhunderts „(…)geschah etwas Erstaunliches. In Amerika und Frankreich brach das Volk die Herrschaft von Krone und Absolutismus, die Revolutionäre forderten Demokratie. Ihre Anführer jedoch, die Oberrevolutionäre, waren skeptisch. Kann das Volk sich wirklich selbst regieren? Muss man nicht verhindern, dass der ‚Pöbel‘ an die Macht kommt? Ist die Herrschaft nicht besser aufgehoben in den Händen einiger weniger? Am besten in den eigenen? (…) Adams, Jefferson und Madison hatten genau das richtige Verfahren identifiziert, um eine Volksherrschaft einzuführen, in der ein sehr kleiner Teil des Volkes herrscht: Wahlen. Für wen würden sich die amerikanischen Bürger entscheiden, wenn nicht für die Sachkundigsten, Klügsten, Wohlhabendsten?“

Auch ohne Bezug auf die Wahl von Präsident Trump hat die Aussage eine starke Ironie. Denn die Gestalter des Wahlsystems wurden die ersten Präsidenten.

„Aus historischer Entfernung betrachtet, muss man feststellen: Was damals wie heute Revolution genannt wird, bestand vor allem darin, dass eine Wahl-Aristokratie eine Erb-Aristokratie ersetzte. Die alte Elite verlor die Macht an eine neue Elite. Dem Volk wurde das als Volksherrschaft verkauft. Damit gelang einer der größten PR-Coups der Geschichte: die Umetikettierung eines Begriffs, der über mehr als 2.000 Jahre hinweg mit dem Los verbunden war. (…) Die Wahl-Aristokratien erwiesen sich als langlebig und außerordentlich stabil – auch weil sie sich tatsächlich schrittweise demokratisierten (…). In Deutschland zog 1983 eine Partei in den Bundestag ein, die keine karrieristischen Berufspolitiker in ihren Reihen dulden wollte. Bei ihr galt das Rotationsprinzip: Nach zwei Jahren musste ein Abgeordneter das Parlament wieder verlassen und wurde von einem neuen Kurzzeitpolitiker ersetzt. So sollte die Distanz zwischen Volk und Volksvertretern schrumpfen. Die Partei trug den Namen ‚Die Grünen‘. Hubert Kleinert gehörte zu ihrer ersten Bundestagsfraktion. Heute ist er 62 Jahre alt, aus der Politik ist er schon lange raus, er ist jetzt Professor an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Gießen. Kleinert sagt, das Rotationsprinzip habe nicht funktioniert. Er nennt dafür mehrere Gründe, der vielleicht wichtigste: ‚Die Abgeordneten wollten nicht aufhören.‘ Sie fühlten sich gut in ihrer Rolle als Politiker, sie fanden Gefallen an der Macht.“ [Quelle]

In der Demokratie Athens wurde nicht gewählt, sondern die Mitglieder der Regierung unter den Bürgern gelost. So hatten viele Menschen wenig Ämter. Anders als heute, wo wenige Politiker viele Ämter bekleiden. Worin sich das heutige System und das damalige sehr ähneln: Nur ca 10% der Menschen sind in den Politikprozess überhaupt einbezogen. Heute geschieht diese Abgrenzung durch Wahlen: Man benötigt eigentlich Macht oder Bekanntheit um gewählt zu werden. In Athen war diese Abgrenzung nicht so versteckt sondern ganz offen. „Bürger“ waren ca 10% der Menschen! Frauen und Sklaven hatten keine Mitbestimmungsrechte. Die Form der Unterdrückung beziehungsweise die Form der Machtstrukturen haben sich über die Jahrtausende vom Effekt kaum geändert. Lediglich wie offensichtlich diese Verhältnisse sind hat sich gewandelt. Früher gab es Sklaven und Bürger, heute gibt es Lohnarbeiter und ein auf Bekanntheit basierendes Wahlsystem.

„Wahl durch Los entspricht der Natur der Demokratie, Wahl durch Abstimmung der Natur der Aristokratie.“ – Montesquieu

Wie Beispiele irischer Bürgerversammlungen zeigen, können auch „normale Bürger“ Politik machen und dabei wesentlich stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung für Lösungen erzielen. Denn dieser deutlich reflektiertere Lösungsfindungsprozess – befreit von Vorbelastungen und alternativen Zielen- schafft nachvollziehbare Vorschläge.
So wurde per Losverfahren unter anderen jemand zur Diskussion über die Legalisierung der Schwulenehe bestimmt, der als Kind selbst missbraucht wurde. Dieses traumatische Ereignis hinterließ bei ihm eine Abneigung gegen Schwule. Durch sinnvolle Auseinandersetzung mit der Thematik als Grundlage für eine politische Empfehlungen stimmte er letztlich jedoch für die Schwulenehe! [mehr zu irischen Bürgerversammlungen]

Dies soll keine Argumentation für die Einführung von Los-Systemen in der Politik sein. Es ist jedoch ein gutes Beispiel für die Übernahme von Veränderungen durch macht-korrumpierte Menschen, für falsche Annahmen des Status-Quo und für die Vielfalt an Möglichkeiten Politik zu gestalten.
Alternativen austesten lohnt sich.

 

Teil 3 – Was kann/sollte ich tun?

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
– Immanuel Kant

Jetzt & Wie

Wir haben keine Zeit mehr!
Wir müssten jeden morgen in die Welt hinausrufen:
„Bitte zerstört unsere Erde nicht, bevor wir sie retten können!“
Denn zur Rettung der Umwelt ist ein sehr drastischer Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl nötig. Die heutige Überbelastung der Erde wird bereits drastische Konsequenzen für unseren Planeten haben, selbst wenn wir jetzt den Wandel gestalten.

Da die Frage nicht ist ob wir auf erneuerbare Energien und nachhaltige Technologen umsteigen, sondern lediglich wann und da das Wann eine große Bedeutung für unseren zukünftigen Lebensraum hat ist eile geboten!
Mit der Bundestagswahl 2021 haben wir eine echte Chance auf positiven Wandel, der nicht viel zu spät kommt.

Für jede*n einzelne*n ist es jetzt wichtig sich in Projekten zu engagieren, um die gemeinsame Zielfokussierung voranzutreiben.
Wir brauchen gemeinsames Engagement mit dem Bewusstsein dafür, was für Veränderung nötig ist. Dabei müssen Werte und Eigenschaften gefördert werden, die für einen positiven Wandel nötig sind: Offenheit, bedingungslose Liebe für alle menschen und selbstständiges Denken.
Das
absolute Mindestmaß von Aktivität sollte dabei ein Tag im Jahr fürs Gemeinwohl sein (=2h pro Monat). Nach Möglichkeit sollte ein Engagement jedoch mindestens 2h pro Woche umfassen. Ein Umfang, der für alle Menschen möglich ist, viel Spaß bringen und sehr erfüllend sein kann.
Um Veränderung gegen entfremdete Kapitalinteressen voranzubringen, wird eben viel Zeit und vor allem auch Einheit/ Vernetzung benötigt. Dieser Aufwand kann nicht von wenigen Menschen gestemmt werden, die viel Zeit investieren. Die „berufliche Revolution“ kann nur ein Verstärkungsfaktor sein. Geld löst nicht die Probleme die durch Geld entstanden sind.
Ein allgemeines Problem- und Lösungsbewusstsein ist erforderlich und dies wird nur durch viele (,kleine), regelmäßige Beiträge erreicht.

So schön die Vorstellung auch ist, dass ein quasi magischer Mechanismus all unsere Probleme löst, so unrealistisch ist diese auch. ( Das einzige Problem, das sich scheinbar alleine löst, ist für die Erde das Problem Menschheit.) Es müssen sich Menschen für die effektiven Lösungen engagieren und im Kleinen helfen. Erforderlich sind Menschen, die aktiv sind, und viele Gespräche. Wenn sich jede und jeder 2h(+) pro Woche zielstrebig für das Gemeinwohl engagieren würde und regelmäßig sinnvolle Lösungswege anspricht oder diskutiert, hätten wir schon sehr bald die meisten Probleme gelöst.

Die Mehrheit der Menschen ist rhetorisch nicht geschickt. Oft setzen sich daher gute Argumente nicht durch.  Da niemand weiß, wo genau am besten anzusetzen ist, tritt der Gemeinwohl-Fortschritt zu oft auf der Stelle.

„Habe Mut, dich deiner eigenen Möglichkeiten zu bedienen.” – Abwandlung von Kant (Möglichkeiten statt Verstand)

Wie / Wo kann ich mich sinnvoll einbringen?

Wie schon intelligente Tiere, können wir uns glücklicherweise Werkzeuge zunutze machen. Werkzeuge, die schwierigste Tätigkeiten zu spaßigen Aktivitäten werden lassen können.
Viele tolle Organisationen und Projekte lassen sich als Werkzeug, als Multiplikator, für gesellschaftliche Entwicklung nutzen. Mit Ihnen lässt sich Engagement in wirkungsvollen Fortschritt verwandeln. Das können zum Beispiel Vereine, gemeinwohlorientierte Unternehmen und durchaus auch Parteien sein, die Diskussionen fördern & durch ihre Strukturen Gelder für politischen Wandel freisetzen.
Vor der Neuerfindung oder einer Neugründung eines Lösungsprojektes sollte ausführlich geprüft werden, ob es bereits Gleichgesinnte gibt, die die gleichen Ziele verfolgen und man dort helfen kann. Gemeinsam ist man stark. Der Blick auf bestehende Ansätze lohnt sich doppelt: sowohl für das eigene Potential, als auch für das vom Engagement anderer.

Dier Art der Werkzeuge ist dabei entscheidend für die persönliche Motivation von Engagierten sowie den Effekt von Veränderung. „Low-Impact Projekte“ sind enorm gefährlich, besonders wenn sie eher „No-Impact Projekte“ sind. Viel zu viele motivierte Veränderer und Veränderinnen sind an Ihnen zu Grunde gegangen: Projekte die noble Ziele haben, aber an der „falschen“ Stelle zur „falschen“ Zeit oder mit den „falschen“ Mitteln ansetzen. Engagement wird in solchen Projekten sprichwörtlich verbrannt. Daher muss auch immer wieder Zeit damit verbracht werden, zwischen Ursachen & Symptomen zu differenzieren und Hebel-Potentiale zu erkennen.

Sind Probleme erkannt, sind es die Lösungen noch lange nicht. Die meisten Projekte fokussieren auf Problembekämpfung. „Viva con Agua“ mobilisiert hervorragend zur Bekämpfung von Hygiene und Wasserversorgungs-Problemen auf der ganzen Welt. Ein Blick in das Projekt lohnt sich und ist für die JETZT leidenden Menschen JETZT wichtig. Was nicht bekämpft wird, sind jedoch die Ursachen:

  • Warum sind die Gewässer verschmutzt?
  • Warum werden die Infrastrukturen nicht gebaut?
  • bzw. Warum bekommen Menschen kein Zugang dazu?  

Solange man nur Brände, aber nie das Feuer löscht, hören die Probleme nicht auf.

„Wenn Sie wirklich eine Bewegung starten wollen, haben Sie die Courage, zu folgen und anderen zu Zeigen, wie man folgt. Und wenn Sie einen einsamen Verrückten finden, der etwas Tolles macht, haben Sie den Mut, der erste zu sein, der aufsteht und mitmacht.“

– Derek Sivers

HEBEL

Wirkliche Veränderungen müssen politisch stattfinden. Doch wie schafft man es, sinnvolle politische Ansätze in der Praxis „unters Volk“ zu bekommen und die bereits angesprochene kritische Masse an Menschen in diversen sozialen Milieus zu erreichen?(gesellschaftliche Gruppen mit ähnlichen Werthaltungen, Mentalitäten und Prinzipien)
Die Wenigsten reden gern über Politik.
Diskussionen über verschiedene Meinungen führen üblicherweise nur zu der Verfestigung der Meinung, die man selbst bereits vertritt. Dennoch gibt es Wege viele Menschen zu erreichen. Zum Beispiel durch High-Impact Projekte. Diese:

  • Erreichen viele Menschen
  • Haben den Nutzen als Multiplikator
  • Bekämpfen Ursachen
  • Sind “fress-sicher” (Aufkauf und Unterwanderung sind nicht möglich: Nichts ist ärgerlicher als ein Projekt mit aufzubauen dessen Ziele irgendwann eine Kehrtwende machen.)

Beispiele dafür sind

  • Fairphone (hat man immer dabei; ist ein Verbesserungsprozess für faire Arbeitsbedingungen und gegen Verschwendungsökonomie)
  • J-MeinGut AG (mit Gebrauchs und Verbrauchsartikeln Aufmerksamkeit auf Entscheidungs- und Eigentumsstrukturen lenken; aktuell durch ‘Jetränke’ und einem Kartenspiel)
  • Gemeinwohl-Ökonomie (Bewegung, die parteiunabhängiges, politisches Engagement ermöglicht und sinnvolle Unternehmensanalysen/Reflektion vorantreibt (Gemeinwohl-Bilanz). Förderung von Basis-Demokratie.)
  • Stiftung für Effektiven Altruismus (Fundraising, Inhaltliches- und politisches Wirken)

Neue Projekte sind so wichtig wie alte. Insbesondere eine Diversität in den Zielgruppen ist für neue Projekte wichtig, um eine kritische Masse für Veränderung überhaupt zu erreichen.

Jeder, der ein neues Projekt (mitbe)gründet, sollte sich dabei vorher intensiv ansehen, was es für Möglichkeiten gibt, sich in andere Projekte einzubringen und ob sich vielleicht darin die eigenen Ziele besser verwirklichen lassen.  Alternativ kann auch frühzeitig nach Kooperationsmöglichkeiten geschaut werden. Die Erfahrung aus mehreren Sozialunternehmen hat gezeigt, dass man sich später oft ärgert, zu wenig andere Projekte recherchiert und kontaktiert zu haben. Gemeinsam sind wir stark.


Bio und Fairtrade?

Kauf ich jetzt alles Bio und Fairtrade? Ergibt das Sinn? Hilft das?

Die Revolution –  echte Änderung für die Lösung der größten Probleme – lässt sich nicht vermarkten. Wir können sie nicht kaufen und dürfen uns daher nicht mit dem Kauf von scheinbar revolutionären Produkten zufrieden geben. Ethischer Konsum hat vor allem das Potential, Projekte solidarischer Ökonomie zu unterstützen, die Keimzellen einer anderen Gesellschaft sein können. Konsum allein wird die politischen Probleme jedoch niemals lösen! Mit Wachstum bekämpft man nicht die Probleme, die durch Wachstum entstehen und entstanden sind! („Leverage Points: Places to intervene in a System“)
Spenden löst keine Problemursachen und Produkte keine gesellschaftlichen Probleme. Spenden sind nützlich für dringende Probleme im Jetzt.
Symptomlinderung darf jedoch die Ursachenlösung nicht in Vergessenheit verdrängen. Produkte können als Multiplikator für Werte und Ideen dienen und ‚alternative Unternehmen‘ zum Testen von Lösungsansätzen bzw. Entscheidungsstrukturen genutzt werden. So verbreitet zum Beispiel das „Premium Kollektiv“ Ideen zur Entscheidungsfindung auf Augenhöhe und bietet einen Praxisrahmen um Konsens-Entscheidungen auszutesten. Durch Vorträge und Workshops werden nicht nur dessen Produkte, sondern vor allem auch dessen Werte verbreitet.

Denn, während es für die meisten schwer ist, eine politische Idee zu verbreiten, ist es sehr leicht, jemanden auf ein Projekt aufmerksam zu machen, bei dem derjenige indirekt mit der politischen Idee konfrontiert wird (und ggf. dann noch darüber zu sprechen).
In dem Moment, wo Bio, Fairtrade oder Sozial jedoch als Gewissenserleichterung dienen und die nötige Veränderung bereits versprechen oder gar meinen die Lösung zu sein, sperren sie politischen Wandel mehr als ihn voranzubringen („Ich brauch ja politisch nichts verändern, ich kauf einfach XY-Produkte und Spende an YZ“. Die langfristigen Probleme bleiben dann bestehen!).

 

Ich hoffe, dass niemand Wohlstand auf dem Rücken anderer wirklich haben möchte und bin überzeugt, dass eine geldunabhängige Regierung auch im menschlichen Interesse von reichen Menschen ist. Ein Wettern gegen wohlhabende Menschen ist nicht hilfreich! Auch Kapitalisten verhalten sich meist nur kapitalistisch, weil sie sonst „untergehen“ würden.  Wenn sinnvolle Lösungen aufgezeigt werden, schließen sich jedoch auch Menschen an, die als Konsequenz verzichten müssen. Die Tragik der Reichen existiert eigentlich nur, wenn sie als einzige verzichten sollen, allein Projekte finanzieren und helfen sollen. (Prominente Millionäre wollen höhere Steuern zahlen)

Konstruktive Kritik ist immer willkommen.

In glaube an die Menschheit,
der Geist der Zeit.  (ohne Namen, Titel und sonstige Denkhilfen und Statusförderer)

Organisiert euch! Versammelt euch! Reflektiert eure Methoden!

Mitmachmöglichkeiten im Projektrahmen der Jayvolution (Menschen verbinden & Denken fördern) findest du hier: www.zum-mitmachen.de