„Geld macht UNglücklich“

Zu viel Geld macht unglücklich [1]. Jedoch werden zur Messung von gesellschaftlicher Wohlfahrt nahezu ausschließlich monetäre Maßstäbe wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) genutzt. Diese Indikatoren besitzen allerdings, wenn überhaupt, nur begrenzt Aussagekraft was das tatsächliche Wohlbefinden der Bevölkerung betrifft.

Eine explodierte Bombe erhöht das BIP

Das BIP „misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug aller Vorleistungen. Es ist in erster Linie ein Produktionsmaß [2]. Ein Autounfall erfordert Aufräumdienstleistungen, medizinischen Service, die Herstellung der Medikamente und die Reparatur oder neue Herstellung des Autos. Zerstörung ist also rundum gut fürs BIP. Nachteil monetärer Wohlfahrtsmaße ist allerdings, dass sie keine Aussage über viele wichtige gesellschaftliche Aspekte zulassen. So ist es beispielsweise nicht möglich Aussagen über das Wohlbefinden oder Glück der Bevölkerung, den Grad an Umweltverschmutzung der noch als sozialverträglich angesehen wird oder über Gerechtigkeit zu machen. Nun stellt sich an dieser Stelle die Frage: Wonach streben wir eigentlich? Ist wirtschaftliches Wachstum die einzige Möglichkeit, um Wohlstand zu generieren und folglich das was den Menschen wichtig ist? Oder ist es nicht vielmehr der Wunsch, ein selbstbestimmtes erfülltes und vor allem glückliches Leben zu führen? Bräuchten wir dafür nicht eine Gesellschaft, die darauf ausgerichtet ist, Glück für jeden Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen? Müssten geistiger Ausgleich, Artenvielfalt, Natur und natürliche Resilienz nicht wichtiger sein als der Bau von immer besseren Waffen? Ein äußerst interessanter Ansatz, um diesen monetären Wohlfahrtsmaßen etwas gegenüberzustellen kommt aus dem kleinen asiatischen Königreich Bhutan. Bereits aus einem Rechtskodex aus dem Jahr 1729 geht hervor, dass es die primäre Aufgabe einer Regierung sei, Glück für ihr Volk zu schaffen. Falls sie dazu nicht in der Lage sei könne die Existenz dieser Regierung nicht gerechtfertigt werden. 1998 wurde diese Idee im Fünfjahresplan dadurch erstmals konkretisiert, dass die vier Säulen des Bruttonationalglücks definiert wurden [3]. Dazu zählen:

  die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung

  die Bewahrung und Förderung kultureller Werte

  der Schutz der Umwelt

  sowie gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen. [4]

Ziel ist es, die Lebensbedingungen der unglücklicheren Bürger zu verbessern, so dass möglichst viele Bürger als glücklich gelten. Um zu ermitteln wie den Bürgern geholfen werden kann werden regelmäßig Umfragen durchgeführt, aus deren Ergebnissen dann entsprechende politische Maßnahmen abgeleitet werden. [5]

 

Nun habe ich einige Fragen an dich:

Was findest du wichtig? Was wichtiger: Ewiges Wachstum oder ewiges Glück? Liebes Jehirn, denk da mal drüber nach. Denken für eine jesunde Jesellschaft #jemeingut
Quellen:
  1. vgl. https://www.goodreads.com/quotes/1145964-those-who-think-money-can-t-buy-happiness-just-don-t-know & https://arbeits-abc.de/macht-geld-wirklich-gluecklich/
  2. vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bruttoinlandsprodukt-bip-27867/version-251509 – Revision von Bruttoinlandsprodukt (BIP) vom 19.02.2018
  3. vgl. Tobias Pfaff: Das Bruttonationalglück aus ordnungspolitischer Sicht – eine Analyse des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems von Bhutan. (PDF) S. 14, abgerufen am 26. September 2017.
  4. vgl. What ist GNH? The 4 Pillars of GNH. GNH Centre Bhutan, abgerufen am 26. September 2017
  5. vgl. BNG-Bruttonationalglück. Impulszentrum Zukunftsfähiges Wirtschaften, – http://www.imzuwi.org/index.php/103-aktuelles/themen/bip-kritik-alternativen/167-bng-bruttonationalglueck – abgerufen am 26. September 2017.