FAQ – Häufige Fragen zum Jesöff Crowdfunding

1. Warum steckt denn eine AG dahinter?
So richtig eine Auswahl jibt’s ja leider nicht. Darum geht’s ja auch. Die einzig alternative Rechtsform, die in Frage kommt, ist eine Genossenschaft. Beide ermöglichen halbwegs leicht Teilhabe und rechtliche Verbindlichkeit sowie Rechenschaftspflicht, sodass nicht auf die Vertrauenswürdigkeit einzelner gehofft werden muss. Wie die Praxis zeigt, gibt es auch bei Genossenschaften einige Nachteile. Besonders schnell wachsende Projekte mit finanziellem Output laufen Gefahr, unterwandert und übernommen zu werden.
Doch der Hauptpunkt ist, dass wir eben nicht eine Interessenvertretung unserer Nutzer*innen sein wollen, sondern wir wollen etwas für alle machen; insbesondere auch Nicht-Nutzer*innen sollen einen positiven Impact haben. Die Struktur einer AG ermöglicht dazu sehr spannende Beteiligungskonzepte: Durch die Beteiligung des Ankeraktionärs „Jayvolution Berlin e.V.“ soll ein Gemeinwohl-Interesse gestärkt werden. Durch die besondere Beteiligung des Vorstands und von Aktiven soll eine angemessene Vertretung von Menschen sichergestellt werden, die schon Erfahrung mit dem Projekt sammeln konnten.
Letztlich sind wir ein Demokratie-Experiment und ein Werbemittel für alternative Inhaberstrukturen!
Die Rechtsformen, in denen Firmen gegründet werden können, brauchen eine Novelle, um mehr soziales Engagement und gemeinwohlorientiertes Gründen zu vereinfachen.

2. Wo wird es gebraut?
In der Vereinsbrauerei Greiz

3. Was genau bedeutet es, dass die Vereinsbrauerei Greiz eine Privatbrauerei ist? Warum ist das fairer? Werden die Leute da anständig bezahlt?
Die Brauerei gehört nicht zu einem Konzern, sondern dem aktuellen Geschäftsführer, der diese nach dem altersbedingten Tod des letzten Eigentümers mit einem großen Kredit von den Erben gekauft hat. Die Brauerei ist hauptsächlich in ihrer Region aktiv und fördert diese auch. Die Mitarbeiter haben einen hohen Stellenwert und wurden selbst in der Krise nicht auf Kurzarbeit geschickt. Auf uns wirken die sehr toll!

Die Schwachstelle ist eher die Logistik. Aber das ist ein Branchenproblem, das wir aktuell nicht lösen können – zusammen mit Problemen mindestens in der Pflege- und Erziehungsbranche! Für gerechte Löhne oder Wege aus dem Verwertungszwang ist vor allem politische Arbeit nötig!!!

4. Welche Projekte werden unterstützt?
Aktuell haben wir folgenden Projekten einmalig Unterstützung zugesichert:

● Etikettenwerbung​ fürs Volksbegehren: ​Deutsche Wohnen & Co enteignen​ → für verantwortungsbewussten Umgang mit Eigentum. Bei Erfolg wäre das vermutlich das erste Mal, dass § 14 unseres Grundgesetzes sinnvoll genutzt wird und nicht um Streuobstwiesen abzureißen und dafür Kohle abzubauen (​leider Realität​). #Jemeingut statt #Großkonzern !!!

● finanzielle Unterstützung​ für den Roter Stern Berlin 2012 e.V.​ → politischer und sozialer Sportverein für diskriminierungsfreien Sport

● Etikettenwerbung​ für den ​Monetative e.V.​ → qualitative Arbeit für wichtige Geldreform (gegen private Geldschöpfung durch Banken!!!)

Weitere Förderungen sind noch(!) nicht geplant. Darüber wird in gelosten Beiräten zusammen mit dem Vorstand und durch die Hauptversammlung entschieden. Bei großer Fürsprache im „j-inner-circle“ (Telegramgruppe mit ca. 100 Supporter*innen) sind auch kleinere unterjährige Förderungen und Kooperationen denkbar.

5. Was sind alternative Eigentums- und Entscheidungsstrukturen?
Eine Kollektivbetrieb und die Struktur von Viva Con Agua sind leichte Beispiele für interessante Eigentumsstrukturen, wobei ein Kollektivbetrieb als Rechtsform nicht existiert und vermutlich nur durch eine komplett haftende GbR rechtlich sauber und konsequent umsetzbar wäre. Vereine werden eher genötigt, ihre Geschäftsbetriebe auszugründen… Das ist alles irgendwie viel zu kompliziert oder mit zu vielen Nachteilen verbunden!
Konsen​s​ oder konsen​s​orientierte Projekte und Losdemokratie sind spannende Ansätze der Teilhabe. Gerade die Methoden unserer politische Teilhabe müssen sich weiterentwickeln! Das wollen wir fördern und interessante Alternativen & Initiativen bewerben.

6. Wie wollt ihr denn jeden zweiten Späti beliefern?
Durch die Logistikkooperation mit einem Großhändler, der das bereits macht.

7. Sind die Kosten nicht viel zu hoch?
Für eure Pläne reichen 10.000 EUR niemals.
Würden wir nur mit Geld unsere Ziele erreichen wollen, dann würde es nicht reichen. Aber unsere allgemeinen Ziele lassen sich auch mit Geld nicht lösen.
Was wir zur Etablierung des ​JESÖFF ​vor allem brauchen, ist Unterstützung von vielen Menschen. Mit Geld setzen Großkonzerne Projekte um. Wir tun es mit Eurer Hilfe und nutzen dafür den Gewinn als Gemeinschaft. Ohne Euch schaffen wir es nicht. Daher machen wir auch das Crowdfunding!

Wenn Ihr das Projekt unterstützt,
insbesondere, wenn Ihr anderen davon erzählt,
in Eurem Späti danach fragt,
im Crowdfunding etwas bestellt, Merchandise erhaltet und verteilt,
ein Poster &/ Sticker zu Eurem Späti bringt,
dann reichen 10.000€ Funding-Summe!
Wichtige Info dazu ist, dass wir nicht die gesamte Ware vorfinanzieren müssen, sondern lediglich Freiware und ggf. Listungsgebühren für Getränkemärkte. Starke, unabhängige Kooperationspartner sind essentiell für dieses Unterfangen und wir freuen uns, dass wir solche Hilfe für das Projekt sichern konnten.

8. Gibt’s das nicht schon?
Nein. Es gibt „Jesöff – Feier-Abend“: Ein mildes Pils, das deutlich mehr kostet, ein anderes Design hat, anders schmeckt (halt ein mildes ‚Pils‘ und kein ‚Export‘), eine andere Logistik hat, von einer anderen Brauerei kommt und sogar ein anderes Impact Konzept hat.
Da wir gerade noch zu viel Ware davon über’m MHD haben und das neue Bier-Projekt jetzt startet, wird es aktuell auch nicht nachproduziert.